Mein Dozentenjob ist Markenaufbau

Was das mit dem Schälen einer Banane zu tun hat und mein Wunsch für die Zukunft.


Seitdem ich in der Markenberatung selbstständig bin, unterrichte ich auch an einer Medien- und Business Akademie die Fachbereiche Kommunikation und Storytelling und bereite die Schüler auf den Bewerbungsprozess vor.


Dabei möchte ich meinen Unterrichtsstil als unkonventionell bezeichnen, da ich den Job als Lehrerin im klassischen Sinne nie gelernt habe und ich mein Wissen aus der Praxis weitergebe.


Und ich behaupte, dass das auch meinen Unterricht ausmacht. Dabei fällt es mir schwer die Schüler in ein Bewertungsmodell zu stecken, sondern mir ist es ein persönliches Anliegen, die Schüler auf die „reale“ Welt vorzubereiten und sich selbst als eigene Marke zu verstehen.





"Hommage an die Beatles"

Kaufleute für Marketingkommunikation






Dabei ist jede Klasse unterschiedlich, so dass ich meinen Stil an die jeweilige Klassendynamik anpasse. Jedoch haben alle in ihrer jeweiligen Ausprägung eine Sache gemeinsam:

  • Mangel an eigenständigem Denken

  • Das, was der Lehrer sagt, ist so richtig und muss ich so wiedergeben, dann bekomme ich eine gute Note

  • Die Lehrkraft steht vorne, um mir zu sagen, wie alles funktioniert.

Um es zu verdeutlichen, nutze ich gerne das Bild vom Schälen einer Banane:


Erwartungshaltung: Die Lehrkraft steht vorne und zeigt mir, wie die Banane geschält wird, vielmehr wie es sich gehört. Danach stelle ich mich hin und ahme nach.


Mein Ansatz: Hier ist die Banane. Probiert euch aus. Es gibt viele unterschiedliche Wege die Banane zu schälen und dabei gibt es nicht die eine richtige Lösung. Ziel ist es, deinen eigenen Weg zu finden.


Ich sage immer, ich gebe euch das Werkzeug, gebe Impulse und Ratschläge und ihr dürft euch ausprobieren. Erkennt euch selbst und euren Wert.



"Woodstock 2022"

Kaufleute für Veranstaltungsmanagement







Noten sagen nichts über die Persönlichkeit und individuellen Fähigkeiten aus


Dazu sind Schüler darauf gedrillt worden, gute Noten zu bekommen, denn die Note auf dem Zeugnis sagt aus wer ich bin und was ich kann und welchen Job ich später in der Lage bin auszuüben.


Bullshit. Eine Note sagt kaum bis gar nichts über deine Persönlichkeit und deine wirklichen Fähigkeiten aus, es ist eine Bewertung von einem Menschen, der in einer zeitlich begrenzten Zeit deine Leistung beurteilt.


Mein Credo ist, was nutzt es mir, wenn jemand nur Einsen auf dem Zeugnis hat und nicht weiß, wie er im Team arbeitet oder wie er selbstständig seinen Weg zum Schälen einer Banane findet.


Mein Wunsch an Lehrer, Schulen und Unternehmenswelt


Leider fehlt dieser Ansatz sowohl in Schulen als auch noch in der Einstellung von neuen Mitarbeiter*innen im Unternehmen.


Lasst uns doch gemeinsam über den Tellerrand hinausschauen und den jungen Menschen in den Schulen den Blick auf die reale Berufswelt geben. Ich möchte jetzt hier wirklich keine Diskussion darüber starten, wie wichtig es dafür ist, die Ecken eines dreischenkliges Dreieck zu berechnen und ich weiß noch nicht mal, ob es das gibt, was ich hier sage.


Gleichzeitig lasst uns doch einen Weg finden, Fachkräfte ausfindig zu machen und das nicht ausschließlich anhand von Noten und Abschlüssen. Schaut euch einen Lebensweg an, die Veränderungen, die jemand hinter sich hat, versucht hinter die Noten auf den Menschen zu schauen.








"Getting into the mood"

Mediengestalter Bild und Ton 05









Mein Mehrwert für die Schüler und der Mehrwert der Schüler für mich


Oftmals habe ich zu Beginn eines Lehrjahres verunsicherte, mit großen Augen vor mir sitzende Schüler. Am Ende habe ich die meisten inhaltlich abgeholt und sie haben Spaß daran, sich auszuprobieren, Dinge zu hinterfragen und sich dabei mehr in ihren Stärken kennenzulernen und auch zu verbessern.


Und ich lerne gleichzeitig die Welt immer wieder auch mit ihren Augen zu sehen. Wie sie die Dinge draußen beobachten und was gerade besonders relevant ist und ich darf sie wachsen sehen und ich sag euch, das ist ein tolles Gefühl.


"Das was ich tue, lehre ich"


Kennt ihr den Satz von George Bernhard Shaw?

Wer etwas kann, der tut es. Wer es nicht kann, der lehrt es.

Ich mache beides, bin glücklich dabei und sage, '"das was ich tue, lehre ich".


PS:

Mit dem letzten Jahrgang habe ich zum ersten Mal Klassenfotos gemacht. Motivwahl lag bei den Schülern. Ich liebe jedes Einzelne davon, denn jedes Bild ist so individuell wie jede Klasse es ist.





"Das letzte Abendmahl"

Mediengestalter Bild und Ton 06

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